
Erfahrungen zugewanderter Pflegekräfte und Ärzt:innen mit Rassismus und Diskriminierung
Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Deutschland beschäftigen zunehmend Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland. So liegt der Anteil zugewanderter Pflegekräfte bei 17,8 Prozent, bei Ärzt:innen waren es Ende 2024 bei knapp 15,6 Prozent. Angesichts des demografischen Wandels wird der Bedarf an Personal beider Berufsgruppen zukünftig steigen: Laut Prognosen werden bis 2049 Drittel mehr Pflegekräfte benötigt werden.
Doch während zugewanderte medizinische Fachkräfte eine wichtige Rolle für Gesundheitseinrichtungen dabei spielen, die Lücke an benötigtem Personal zu schließen, erfahren diese oft keine adäquaten Bedingungen für ein gutes Arbeiten und Leben. Dies betrifft zum einen die noch oft mangelhafte Anerkennung von Qualifikationen oder den meist geringeren Verdienst.
Zum anderen erfahren Betroffene eine ablehnende oder respektlose Haltung aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe, sei es seitens von Patient:innen als auch von Kolleg:innen. Erst nach drei Jahren spielt in Teams laut Befragungen die Herkunft keine Rolle mehr.
Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollten dem entgegenwirken. Denn Rassismus hinterlässt tiefe seelische Spuren bei Menschen. Er vermindert außerdem die Arbeitsmotivation, schwächt die Zusammenarbeit im Team und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass Beschäftigte die Einrichtung verlassen. Oder erst gar nicht nach Deutschland kommen.
Was Gesundheitseinrichtungen tun können:
- Ihre Kommunikation auf den Prüfstand stellen: Ist sie auf ein leichtes Verstehen seitens aller Beschäftigen ausgerichtet? Berücksichtigt sie kulturelle Aspekte?
- Sprachsensibel kommunizieren: Ist die Kommunikation sprachsensibel? Erleichtert sie zugewanderten Mitarbeitenden das Verständnis?
- Rassismuskritische Sprache entwickeln: Ist die im Unternehmen verwendete Sprache rassismuskritisch? Ist sie frei von Ausdrücken, Begriffen, Sätzen, Texten, die (kulturell verankerte) Strukturen von Macht reproduzieren?
Interkulturelle und sprachsensible Kommunikation und eine rassismus- und diskriminierungskritische Sprache können Bausteine sein, um eine wertschätzende und rassismus- und diskriminierungskritische Sprache im Unternehmen zu etablieren.
Sie möchten wissen, wie Sie rassismus- und diskriminierungskritische Strukturen in Ihrer Einrichtung entwickeln und entsprechende Veränderungen in Kommunikation und Sprache vornehmen können? Dann sprechen Sie mich an: info@borota.de.
